• In Gorleben wurde ein Salzstock auf Eignung als Endlager für hochradioaktive Abfälle erkundet. Wieso verfolgt man nicht, wie in anderen Ländern, auch eine Endlagerung im Ton?

    Steinsalz-Lagerstätten sind in Deutschland in großer Zahl vorhanden. Die geologischen, bergmännischen und technischen Erfahrungen, die in mehr als einem Jahrhundert im Salzbergbau in Deutschland gewonnen wurden, können für die Endlagerung genutzt werden. Keine andere geeignete Gesteinsart ist so gut erforscht. Steinsalz verhält sich bei Druck plastisch, so dass das Auftreten von zusammenhängenden Klüften und Spalten weitgehend verhindert wird. Falls doch Risse entstehen, so „heilen“ diese schnell wieder aus. Weil Steinsalz Wärme besser leitet als Ton, können Wärme entwickelnde radioaktive Abfälle hier besser eingelagert werden, da die Ableitung der Nachzerfallswärme begünstigt wird. Dadurch ist der Flächenbedarf eines Endlagers im Steinsalz deutlich geringer als in anderen Wirtsgesteinen.. In den vergangenen Jahrzehnten wurden wesentliche Grundlagen für die Berechnung der Standfestigkeit, der Auslegung der geotechnischen Komponenten eines Endlagers, Deformations- und Spannungsmessungen sowie geophysikalische Messungen zur Erfassung der gebirgsmechanischen Situation auch im Rahmen der Erkundung des Salzstocks Gorleben durchgeführt. Die dabei gewonnenen positiven Ergebnisse haben die Entscheidung, in Deutschland radioaktive Abfälle in einem Salzstock endzulagern, bestätigt. Grundsätzlich ist eine Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen auch im Ton möglich. Im Hinblick auf die Nutzung von Ton als Wirtsgestein für wärmeentwickelnde Abfälle wäre allerdings noch ein erheblicher Forschungsbedarf notwendig.