• Bringt eine mögliche Rückholung von hochradioaktiven Abfällen auch nach dem Ende der Betriebsphase sicherheitstechnische Vorteile?

    Das Ziel der Endlagerung von radioaktiven Abfällen in tiefen geologischen Formationen ist, die Abfälle langfristig sicher einzulagern und Schadstoffe damit dauerhaft von Stoffkreisläufen der Biosphäre zu isolieren. Die Langzeitsicherheit eines Endlagers ist dabei durch gestaffelte passive Sicherheitsbarrieren zu gewährleisten, damit künftigen Generationen keine unangemessenen Belastungen aufgebürdet werden („Nachsorgefreiheit“). Eine langfristige Rückholungsmöglichkeit widerspricht der internationalen Definition der „Endlagerung“ als Anlage zur langfristig wartungsfreien, zeitlich unbefristeten Lagerung von radioaktiven Abfällen ohne beabsichtigte Rückholung. Nach der Betriebsphase sollte ein Endlager seinen endgültigen, passiv sicheren Zustand so früh wie möglich erreichen, um die Nachsorgefreiheit zu gewährleisten. Eine dauerhafte Rückholungsoption würde das Sicherheitsniveau des Endlagers verringern. Bei einem geeignetem Standort und daran angepasstem Endlagerkonzept ist die langfristige Isolation der Schadstoffe im Wirtsgestein sichergestellt.