Endlager Konrad für schwach- und mittelradioaktive Abfälle

Für die Endlagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen, auch Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung genannt, wird zurzeit die Schachtanlage Konrad in Salzgitter umgerüstet. Mit der Inbetriebnahme ab ca. 2019 wird für den volumenmäßig weitaus größten Teil der radioaktiven Abfälle in Deutschland eine langfristig sichere Entsorgung gewährleistet sein. Es handelt sich hierbei nach Prognosen des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) um etwa 304.000m3 Abfälle, die bis zum Jahr 2080 anfallen werden. 60% davon stammen aus dem Betrieb und der Stilllegung von Kernkraftwerken. Der restliche Anteil kommt aus anderen Bereichen, z.B. aus Forschungszentren, der kerntechnischen Industrie, den Landessammelstellen oder der Medizin.

Wärme entwickelnde Abfälle – sicher zwischengelagert

Ein Großteil der wärmeentwickelnden, hochradioaktiven Abfälle entsteht beim Betrieb von Kernkraftwerken, Leistungs- wie auch Forschungsreaktoren, in Form von abgebrannten Brennelementen. Darüber hinaus entstanden bei der bis zu 2005 in Deutschland zulässigen Wiederaufarbeitung von abgebrannten Brennelementen in Frankreich und Großbritannien Abfälle in Form von verglasten Spaltprodukten und Aktiniden (HAW- bzw. CSD-V Kokillen), Gebinde mit verpressten Hüllrohrstücken und Strukturteilen (CSD-C) oder Kokillen mit verglasten Spülwässern (CSD-B).

Die Menge der abgebrannten Brennelemente, die zur Endlagerung anstehen werden,  wird nach der Änderung der Laufzeiten der Kernkraftwerke (13. Atomgesetznovelle vom Juni 2011) insgesamt bei ca. 10.500 t Schwermetall liegen. Aus der Wiederaufarbeitung werden insgesamt etwa 8.000 Kokillen bzw. Gebinde zur Endlagerung anstehen.

Bis zur Verfügbarkeit eines betriebsbereiten Endlagers für hochradioaktive Abfälle sind die Abfälle in den Zwischenlagern Ahaus, Gorleben, dem Zwischenlager Nord in Greifswald sowie den Standortzwischenlagern der Kernkraftwerke sicher gelagert.

Stand: 15.11.2013