CASTOR® V/52
Optimierung des Strahlenschutzes im DIREGT-Konzept

Beide zuvor genannten Konzepte setzen eine Konditionierung der Brennelemente voraus, das heißt die Zerlegung der Brennelemente in Brennstäbe und Strukturteile. Dies erfordert einen „Heißzellenbetrieb“ mit hohen Anforderungen an Anlagentechnik, Zuverlässigkeit und Strahlenschutz, da die Brennelemente aus den vorhandenen Transport- und Lagerbehälter (z.B. Typ CASTOR®) in POLLUX-Behälter oder BSK 3 umgeladen werden müssten. Die entleerten Transport- und Lagerbehälter stünden dann selbst zur Entsorgung an.

Das aktuell von GNS und DBE Technology entwickelte DIREGT-Konzept, der Direkten Endlagerung von großen Transport- und Lagerbehältern, hat das Ziel,

  • die zeitlich, handhabungs- und strahlenschutztechnisch aufwändige Zerlegung der Brennelemente in Brennstäbe und Strukturteile zu vermeiden,
  • die Anzahl der Transporte von Abfallgebinden in ein Endlager und die Handhabungsvorgänge im Endlager zu verringern,
  • eine für Abfälle aus der Wiederaufarbeitung und für die direkte Einlagerung von abgebrannten Brennelementen einheitliche Betriebstechnik im Endlager zu erreichen.

Als Referenz dienen die etwa 120 t schweren Brennelementbehälter vom Typ CASTOR® V. Der Transport solcher Massen nach unter Tage mit einer Schachtförderanlage ist nicht Stand der Technik. Hierzu wurden Machbarkeitsstudien an die Bergbau-Zulieferindustrie beauftragt.  Der untertägige Transport würde analog zum Referenzkonzept mit einer Akkulok mit angehängtem Plateauwagen erfolgen. Am Einlagerungsort ist in Streckenmitte gegenüber dem Einlagerungsbohrloch eine Drehscheibe  vorgesehen. Damit wird der Transportwagen mit dem aufliegenden Behälter um 90° gedreht und in die Einlagerungsposition gebracht. Eine Schubvorrichtung drückt den Transport- und Lagerbehälter in das horizontale Bohrloch, in das zuvor Gleitschienen eingebracht wurden. Der verbleibende Hohlraum wird mit Salzgrus verfüllt.  Da für alle Endlagerbehälter eine langfristige Unterkritikalität gewährleistet werden muss, ist es vorgesehen, vor der Einlagerung die Hohlräume im Behälterinneren mit einem geeigneten Material (z.B. Magnetit) zu verfüllen. Untersuchungen hierzu laufen.