Einlagerungsmaschine „ELVIS“ für POLLUX-Behälter (Quelle: DBE)
Referenzkonzept POLLUX

Das Referenzkonzept sieht die Einlagerung von abgebrannten Brennelementen in horizontalen Strecken eines Endlagerbergwerks im Salz in selbstabschirmenden, so genannten POLLUX-Behältern vor. Die Einlagerung von Wiederaufarbeitungsabfällen (verglaste Abfälle in HAW-Kokillen sowie Prozessabfälle in CSD-C und CSD-B-Kokillen) ist hierbei in vertikalen, bis zu 300 m tiefen Bohrlöchern geplant. Für die Auslegung des Endlagers hinsichtlich der geometrischen Mindestabstände von Strecken und Bohrlöchern gilt ein Temperaturkriterium von 200° C an der Kontaktfläche zwischen Endlagerbehältern und Salz, um eine thermisch bedingte Veränderung des Salzes sicher zu verhindern.

Die mit den Brennstäben von bis zu 10 DWR (Druckwasser-Reaktor)-Brennelementen bzw. bis zu 30 SWR (Siedewasserreaktor)-Brennelementen beladenen, 65 t schweren und selbstabschirmenden POLLUX-Behälter werden zur Einlagerung über eine Schachtförderanlage nach unter Tage transportiert, hier von einer Grubenlok übernommen und in die Einlagerungsstrecke transportiert. Dort werden sie von einer speziellen Einlagerungsvorrichtung von der Grubenlok abgehoben und auf die Sohle, den Boden der Strecke, abgelegt. Der verbleibende Hohlraum wird mit Salzgrus versetzt, um einen möglichst schnellen dichten Einschluss der Behälter durch das natürliche Kriechen des Salzes zu erreichen.

Die Kokillen werden ebenfalls mit einer Grubenlok mit wiederverwendbaren Abschirmbehältern zu einem bis zu 300 m tiefen Bohrloch, das von einer untertägigen Strecke aus abgeteuft wird, transportiert und hier mit einer Einlagerungsvorrichtung in das Bohrloch abgelassen. Auch das Bohrloch wird mit Salzgrus verfüllt. Ist das Bohrloch mit Kokillen gefüllt, wird dieses mit einem speziellen Bohrlochverschluss vom restlichen Grubengebäude isoliert.

Demonstrationsversuche zum Nachweis der Sicherheit

Speziell für die Einlagerung von POLLUX-Behältern wurden in den 1990er Jahren von der DBE bzw. DBE TECHNOLOGY GmbH Demonstrationsversuche im 1:1-Maßstab durchgeführt, um diese Einlagerungstechnologie bis zur Genehmigungsreife zu bringen. Dazu gehörten:

  • die Simulation des Transports schwerer Nutzlasten bis zu 85 t (POLLUX-Behälter und Plateauwagen zum Transport) über eine Schachtförderanlage nach unter Tage
  • Handhabungsversuche zur Streckenlagerung von POLLUX-Behältern (sicherer Transport unter Tage und die Einlagerung von POLLUX-Behältern in einer Einlagerungsstrecke)

Dafür wurden im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten Transport- und Handhabungstechnologien für POLLUX-Behälter entwickelt, im Originalmaßstab gefertigt und erprobt. Dazu gehörte die Neuentwicklung wesentlicher Komponenten einer Schachtförderanlage für Nutzlasten bis 85 t einschließlich einer entsprechenden zerstörungsfreien Bremseinrichtung zur Beherrschung der Betriebsstörung „schweres Übertreiben“, d.h. das Überfahren der vorgesehenen Endhaltepunkte über sowie unter Tage, aber auch die Entwicklung und Erprobung einer gleisgebundenen Transport- und Einlagerungstechnik für POLLUX-Behälter.  Für alle getesteten Komponenten konnte die technische Einsatzreife und die Sicherheit nachgewiesen werden, so dass die Genehmigungsreife des Gesamtsystems erreicht wurde.