Verbundvorhaben bündeln Kompetenzen

Neben Forschungsvorhaben, die von einzelnen Institutionen bearbeitet wurden, gab und gibt es auch eine Reihe von sogenannten Verbundvorhaben. So wurde beispielsweise das Projekt „CHEMOTOX: Chemisch-toxische Stoffe in einem Endlager für hochradioaktive Abfälle“ 2007-2009 von der DBE TECHNOLOGY, der GRS Braunschweig und dem Öko-Institut gemeinsam bearbeitet. Ein weiteres Beispiel ist das Projekt „Kolloidgetragener Radionuklidtransport in geklüfteten Gesteinen (KOLLORADO)“ von GRS Braunschweig und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Zurzeit werden etwa 30 Projekte in der Endlagersicherheitsforschung durch das BMWi gefördert, beispielsweise das Verbundprojekt „Komplettierung des Instrumentariums zur technischen Realisierbarkeit und sicherheitlichen Bewertung von HAW-Endlagern im Salinar (KOMTESSA)“ von GRS und DBE TECHNOLOGY oder das Verbundprojekt „Verhalten langlebiger Spalt- und Aktivierungsprodukte im Nahfeld eines Endlagers und Möglichkeiten ihrer Rückhaltung (VESPA)“ von FZ Rossendorf-Dresden, FZ Jülich, GRS und KIT.

Deutsche Forscher bei europäischen Partnerorganisationen

In den 1980-er und 1990-er Jahren bis in die ersten Jahre unseres Jahrhunderts hinein diente das Salzbergwerk Asse II - zehn Kilometer südöstlich von Wolfenbüttel in Niedersachen gelegen - als Forschungsbergwerk für Versuche im Wirtsgestein Salz. Zahlreiche Forschungsprojekte zur Endlagerung radioaktiver Abfälle im Steinsalz wurden hier erstmalig realisiert, erfolgreich abgeschlossen und dokumentiert. Bei Forschungsprojekten, die in-situ-Versuche erforderlich machen, werden seitdem ausschließlich Untertagelabore im Ausland genutzt. Diese sind für Ton/Tonstein Mont Terri in der Schweiz, Mol in Belgien, Tournemire und Meuse-Haute Marne (Bure) in Frankreich. Für das Wirtsgestein Granit werden die Labore Grimsel in der Schweiz und Äspö in Schweden genutzt. Hier sind u.a. Wissenschaftler der BGR und der GRS Braunschweig beteiligt. In ihnen können die zukünftigen Endlagerbedingungen realitätsbezogen abgebildet werden. Theoretische Ansätze und neu entwickelte Methoden werden hier durch praktische Erfahrungen bestätigt. Computersimulationen, die zukünftige Verhältnisse in einem Endlager vorausberechnen, können anhand von praktischen Versuchen überprüft werden. Neben Erfahrungen bei der Standortcharakterisierung und der technischen Endlagerauslegung konnten auch Informationen zum Betrieb von Gerätschaften und Maschinen, die in einem Endlager eingesetzt werden, gewonnen werden.