Anlieferung per Bahn und LKW

Der Transport zur Schachtanlage Konrad kann grundsätzlich per Bahn oder Lkw erfolgen. Für die Durchführung der Transporte sind die Abfallverursacher zuständig. Laut „Transportstudie Konrad 2009" der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit mbH (GRS), einem Gutachter des Bundes in kerntechnischen Fragestellungen, stellt eine Aufteilung der Abfallbeförderung in Bezug auf die Anzahl von Transporteinheiten von etwa 80% Schienentransport (Regelgüterverkehr, keine Sonderzüge) und 20% Straßentransport das wahrscheinlichste Beförderungsszenarium dar. Eine Transporteinheit stellt dabei einen quaderförmigen Behälter oder eine Tausch- oder Transportpalette mit ein oder zwei zylindrischen Abfallgebinden dar.  Mittelfristig ist mit ca. 10 LKW-Transporten und 20 Waggons pro Woche zu rechnen. Dabei ist laut der Studie mit keinerlei radiologischen Risiken für die Bevölkerung zu rechnen. Alle Abfallbehälter sind standardisiert und haben ein umfangreiches Prüf- und Genehmigungsverfahren unterlaufen. Transporte dürfen von den zuständigen Behörden nur genehmigt  werden, wenn die gesetzlichen Sicherheitsanforderungen für Gefahrguttransporte erfüllt sind.

Umfangreiche Prüfungen vor Transport nach unter Tage

Nachdem die Transporte das Gelände des Schachts 2 erreicht haben, werden zunächst die Transportpapiere überprüft. Bevor sie in die Umladehalle transportiert werden, passieren sie eine Trocknungsanlage. Durch diese Maßnahme wird gewährleistet, dass eine nicht 100% auszuschließende, von außen an den Abfallgebinden anhaftende Kontamination nicht durch witterungsbedingte Feuchtigkeit auf den Boden des Gebäudes gelangen kann und von hier weiter verschleppt wird. Danach werden die Transporteinheiten mit einem Brückenkran von den LKW bzw. Waggons auf einen gleisgebundenen Plateauwagen für den innerbetrieblichen Transport umgeladen. Dieser fährt zum Strahlenschutzmessplatz: Hier werden alle endlagerrelevanten Parameter (z.B. Oberflächenkontamination, Ortsdosisleistung) überprüft. Danach gelangen die Abfallgebinde bzw. Paletten über den Puffertunnel in die Schachthalle, wo sie über die Schachtförderanlage zum Füllort, d.h. zur unterirdischen Entladestelle auf der 850-m-Sohle gelangen. Falls es aus logistischen Gründen notwendig sein sollte, beispielsweise bei einem Ungleichgewicht zwischen Abfallanlieferung und Einlagerungsfrequenz oder bei nicht auszuschließenden Betriebsstörungen z.B. durch Betriebsmitteldefekte, können die Abfälle auch kurzzeitig in der Pufferhalle gelagert werden.  

Dichter Einschluss in langen Einlagerungskammern

Am Füllort wird je ein Abfallgebinde/Transportpalette auf ein allradgetriebenes Transportfahrzeug umgeladen und zu einer Einlagerungskammer gebracht. Diese sind 7 m breit, 6 m hoch, bis zu 1.000 m lang und werden nach Bedarf abschnittsweise mit Teilschnittmaschinen aufgefahren. Der Abstand zwischen den Einlagerungskammern beträgt 35 m. Am Kopf einer Einlagerungskammer übernimmt ein in einer Nische bereitgestelltes Stapelfahrzeug die Abfälle vom Transportfahrzeug und lagert diese in die Kammer ein. Wenn 50 m Kammerlänge mit Abfällen gefüllt sind, wird mit einem Spritzmanipulatorfahrzeug eine Betonwand errichtet. Danach werden die dahinter liegenden Hohlräume mit Pumpversatz (bergwerkseigenes Haufwerk, Zement und Wasser) verfüllt, um einen dichten Einschluss zu gewährleisten und die Ansammlung zündfähiger Gasgemische auszuschließen. Ist eine Einlagerungskammer vollständig gefüllt, wird eine letzte Versatzwand errichtet und auch der Kammerkopf mit Sturzversatz aus einer darüber liegenden Strecke verfüllt.