Erstellen einer Erkundungsbohrung
Vielfalt der Erkundungsmethoden

Während der Erkundungsarbeiten bis November 2012 wurden die folgenden Erkundungsmethoden angewandt.

Für die Erkundung des Salzstockes in Gorleben, die im November 2012 unterbrochen wurde, wurde eine Vielzahl von Untersuchungsmethoden eingesetzt. Eine Methode, die speziell in nur gering leitfähigem und trockenem Salz zu sehr präzisen Ergebnissen führt, ist die elektromagnetische Hochfrequenz-Reflexionsmessung (EMR-Messung). Aus Strecken wie auch in Bohrlöchern wurde diese Methode eingesetzt, um ein Bild der geologischen Strukturen in der Umgebung zu erhalten. Die EMR-Methodik nutzte dabei die unterschiedlichen elektromagnetischen Widerstände an den Übergängen zwischen zwei geologischen Schichten, um zusammen mit einer Entfernungsinformation ein strukturelles Bild der Umgebung zu visualisieren.

Ergänzt wurden diese Informationen durch untertägige Erkundungsbohrungen und die damit verbundene detaillierte Beschreibung der Bohrkerne sowie die geologische Kartierung der aufgefahrenen Strecken und Hohlräume.

Eine entscheidende Aufgabe der Erkundung war es, zu überprüfen, ob die den zentralen Bereich des Salzstockes im Norden und Süden begrenzenden Schichten des Hauptanhydrits in einer „zerblockten“ Form vorgefunden werden. Die Zerblockung gewährleistet, dass es auch langfristig keine Wegsamkeiten für Lösungen vom Deckgebirge in den Salzstock geben kann und das Hauptsalz, in das die radioaktiven Abfälle eingelagert würden, also auch in geologischen Zeiträumen „trocken“ bleibt.

Kohlenwasserstoffe, die, nicht ungewöhnlich in Salzstöcken, auch im Gorlebener Salzstock auftreten, wurden chemisch analysiert, um ihre Herkunft zu bestimmen. Durchgeführte Aufheizversuche im Labor halfen,  das Verhalten von Kohlenwasserstoffen nach der Einwirkung der Wärme von endgelagerten hochradioaktiven Abfällen zu simulieren.

Chemisch-mineralogische Untersuchungen des Salzgesteins lassen Aussagen zu ihrer geologischen Vergangenheit und damit auch Prognosen für ihre zukünftige Entwicklung zu. Darüber hinaus wurden hydraulische Permeabilitäten (Durchlässigkeiten) von Salzproben bestimmt, um die Möglichkeit einer Nuklidausbreitung bei Langzeitsicherheitsrechnungen berücksichtigen zu können. Hierzu wurden sogenannte Packertests durchgeführt: ein Bohrloch wird mit Druck beaufschlagt, der sich einstellende Druckabfall gibt Aufschluss über die Durchlässigkeit des umgebenden Gesteins.

Am Ende steht die Eignungsprognose

Nach der ursprünglichen Planung sollte nach Abschluss der Erkundung der benachbarten EB 1 und EB 3, sowie der Vorläufigen Sicherheitsanalyse Gorleben (VSG) über das weitere Vorgehen am Standort Gorleben entschieden werden. Mit dem Inkrafttreten des Standortauswahlgesetzes (StandAG) im Juli 2013 wurde die Erkundung Gorlebens vorerst für beendet erklärt. Weitere Erkundungsarbeiten können erst wieder im Rahmen der Erkundung potenzieller Endlagerstandorte im Rahmen des Standortauswahlprozesses aufgenommen werden. Die VSG wurde mit einem im Oktober 2013 veröffentlichten Synthesebericht abgeschlossen.

Stand: 30.10.2013