Salz aus Gorleben
Salzlagerstätten schon früh als mögliche Endlager betrachtet

Bereits in den 1960er Jahren wurden Salzlagerstätten als mögliche Standorte für die Endlagerung von radioaktiven Abfällen aus Forschungseinrichtungen und Kernkraftwerken favorisiert. Internationale Fachleute, unter anderem aus Deutschland und den USA, begründeten dies mit seinen hervorragenden Eigenschaften.

Plastisch und „selbstheilend“

Steinsalz verhält sich bei Druck plastisch, so dass das Auftreten von zusammenhängenden Klüften und Spalten weitgehend verhindert wird. Falls doch Risse entstehen, so „heilen“ diese schnell wieder aus.

Wegen seiner gebirgsmechanischen Eigenschaften ermöglicht Steinsalz die Herstellung großer Hohlräume ohne speziellen Ausbau.

Gute Wärmeleitfähigkeit – geringer Platzbedarf

Aufgrund der guten Wärmeleitfähigkeit von Steinsalz ist eine günstigere Einlagerung für hoch radioaktive Abfälle möglich, da die Ableitung der Nachzerfallswärme im Vergleich zu Granit oder Ton begünstigt wird. Damit ist der Flächenbedarf eines Endlagers im Steinsalz deutlich geringer als in anderen Wirtsgesteinen..

Die Grenztemperatur für die thermische Belastung bei Tonstein liegt bei 100° C, in Steinsalz bei 200°. Da bei darüber liegenden Temperaturen Veränderungen der Kristallstruktur der Wirtsgesteine nicht ausgeschlossen werden können, müssen diese Temperaturen dauerhaft sicher unterschritten werden. Auch hier „gewinnt“ Steinsalz gegenüber Ton und Granit – der radioaktive Abfall kann effizienter verpackt werden, die notwendigen Abklingzeiten zur Temperaturreduktion werden minimiert.

Große Erfahrungen durch Salzbergbau und Forschung

Steinsalz-Lagerstätten haben sich über Millionen von Jahren als äußerst beständig erwiesen, obwohl die so genannten Evaporitminerale wasserlöslich sind. Die meisten Vorkommen in Deutschland wurden im Zechstein gebildet und sind über 240 Millionen Jahre alt. Trotz tief greifender geologischer Veränderungen im Umfeld, wie die  Überflutung des norddeutschen Beckens, die Auffaltung der Alpen oder die Eiszeiten, hatte das Steinsalz im Innern des Salzstocks seit seiner Entstehung keinen Kontakt zu wasserführenden Schichten.

Steinsalz-Lagerstätten sind in Deutschland in großer Zahl vorhanden. Die geologischen, bergmännischen und technischen Erfahrungen, die in mehr als einem Jahrhundert im Salzbergbau in Deutschland gewonnen wurden, können für die Endlagerung genutzt werden. Keine andere geeignete Gesteinsart ist so gut erforscht.

Als Grundlage zur Entwicklung von Konzepten und Technologien für die Endlagerung von hochaktiven und wärmeentwickelnden Abfällen wurden z.B. in der  Asse zahlreiche wissenschaftliche Versuche zum Verhalten von Steinsalz unter Einfluss von Wärme und Radioaktivität durchgeführt.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden wesentliche Grundlagen für die Berechnung der Standfestigkeit, der Auslegung der geotechnischen Komponenten eines Endlagers, Deformations- und Spannungsmessungen sowie geophysikalische Messungen zur Erfassung der gebirgsmechanischen Situation auch im Rahmen der Erkundung des Salzstocks Gorleben durchgeführt. Die dabei gewonnenen positiven Ergebnisse haben die Entscheidung, in Deutschland radioaktive Abfälle in einem Salzstock endzulagern, bestätigt.