Wirtsgesteinsformationen (Quelle: BGR)
Salz, Ton und Granit als mögliche Optionen

Weltweit werden Endlager für wärmeentwickelnde Abfälle in tiefen geologischen Formationen im Salz, im Tonstein oder im Granit favorisiert. Die geologische Barriere wird, abhängig vom Wirtsgestein und vom Endlagerkonzept, durch weitere technische oder geotechnische Barrieren ergänzt (z.B. Endlagerbehälter, Versatz, Dammbauwerke und Schachtverschlüsse). Das gesamte Barrierensystem aus geologischen, technischen und geotechnischen Barrieren muss die langfristige Isolation der Abfälle von der Biosphäre gewährleisten.

Salz im Fokus, Ton als mögliche Alternative

In Deutschland nimmt Salz aufgrund der günstigen endlagerrelevanten Eigenschaften, der jahrzehntelangen Forschungsarbeiten und der großen Erfahrungen im Gewinnungsbergbau eine Vorrangstellung als Wirtsgestein für ein Endlager ein. Günstige Eigenschaften sind u.a. das plastische Verhalten unter Druck, die gute Wärmeleitfähigkeit und die praktische Undurchlässigkeit gegenüber Flüssigkeiten und Gasen. Weitere Informationen sind hier zu finden.

Darüber hinaus existieren in Deutschland aber auch Tonsteinformationen, die für die Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen untersuchungswürdig sind. Als günstige Eigenschaften des Tons sind hier die geringe Durchlässigkeit und die hohe Sorptionsfähigkeit für Radionuklide zu nennen. Allerdings ist der Wissensstand hinsichtlich der deutschen Tonsteinformationen im Vergleich zu Salz deutlich geringer.

Granit in Deutschland nicht im Vordergrund

Vor allem in Skandinavien wird aufgrund der dort vorherrschenden geologischen Situation („Baltischer Schild“ primär aus Graniten, Gneisen und Schiefer) eine Endlagerung von wärmeentwickelnden Abfällen im Granit geplant. In Deutschland werden ausgehend von den bisherigen geologischen Kenntnissen und der Bergbauerfahrung keine geeigneten Granitformationen erwartet, da die vorhandenen Granitformationen zu geringe Volumina besitzen bzw. zu zerklüftet sind.

Untersuchungen der BGR

Bereits 1994/95 hatte die BGR, die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, im Auftrag des BMU bzw. des BMFT,  je einen Bericht zu eignungshöffigen Salz- und Granitvorkommen erstellt. 2007 folgte dann ein Bericht im Auftrag des BMWi über die Verbreitung von Tongesteinen als mögliche Wirtsgesteine für die Endlagerung von wärmeentwickelnden Abfällen, die sog. „Tonstudie“. Salz-, Granit- und Tonformationen wurden dabei unter Anwendung von geologischen Kriterien (z.B. Formationsmächtigkeit und -ausdehnung, Teufe, Unverritztheit, mineralogische Eigenschaften, Lage in Erdbebengebieten) betrachtet. Danach verblieben bei Salzstandorten neben Gorleben noch vier weitere eignungshöffige Salzstöcke in Norddeutschland: Wahn, Zwischenahn, Waddekath und Gülze-Sumte. Untersuchungswürdige Tonsteinformationen befinden sich in der Kreide Norddeutschlands und im Jura Nord- und Süddeutschlands.

2007 hat die BGR die Ergebnisse ihrer Arbeiten in einem zusammenfassenden Kurzbericht veröffentlicht und die untersuchungswürdigen Salz- und Tonsteinformationen auf einer Karte dargestellt.