Kernkraftwerksbetreiber in der Pflicht
Endlager Forsmark (SKB, LAJ illustration)

In Schweden sind, wie in Finnland, die Betreiber der Kernkraftwerke für die Entsorgung und Endlagerung verantwortlich. Sie haben hierfür die gemeinsame Gesellschaft SKB (Svensk Kärnbränslehantering AB) gegründet, die zugleich für Transporte und Zwischenlagerung zuständig ist. Die Arbeiten zur Endlagerung von hochaktiven Abfällen werden in enger Kooperation mit den Finnen (Posiva Oy) durchgeführt, da durch das Wirtsgestein Granit, das in beiden Ländern genutzt wird, vergleichbare Endlager und Behälterkonzepte entwickelt werden.

Forschungsarbeiten seit den 1970er Jahren
Endlagerlayout Forsmark (SKB, LAJ illustration)

1977 nahm SKB die Forschungsarbeiten für ein Endlagerkonzept auf und richtete im ehemaligen Bergwerk Stripa ein Labor für Einlagerungstechnik ein. 1983 veröffentlichte SKB in dem Bericht „KBS-3“ ihr Konzept einer Einkapselung verbrauchter Brennelemente, mit dem die natürlichen, durch die Gesteinsformation gegebenen Barrieren durch zusätzliche ingenieurtechnische Barrieren wie z.B. Bentonit-Ringe ergänzt werden sollen. Später verlagerten sich die Forschungsarbeiten auf das bei Oskarshamn in einer Tiefe von 460 m gelegene Felslabor Äspö, das von 1990 bis 1995 eingerichtet wurde.

Endlager Forsmark soll 2025 in Betrieb gehen

Von 1993 bis 2000 führte SKB für acht verschiedene Standorte Machbarkeitsstudien durch. Zwei der Standorte (Storuman und Malä) schieden auf Grund von ablehnenden Gemeindereferenden aus. Von den übrigen sechs (Östhammar, Nyköping, Tierp, Oskarshamn, Hultsfred und Älvkarleby) erschienen fünf als geeignet. Von diesen zog SKB die Standorte Östhammar (bei Forsmark), Oskarshamn und Tierp in die engere Wahl. Die Gemeinderäte von Östhammar und Oskarshamn  - in beiden Kommunen stehen auch Kernkraftwerke - genehmigten die Durchführung von Erkundungsbohrungen. Tierp lehnte ab und schied damit aus. Die Erkundungsbohrungen begannen im Jahre 2002. Im Juni 2009 entschied sich SKB für den Standort Forsmark. Die Gemeinde Oskarshamn hat aufgrund der Ablehnung dieses Endlagerstandorts eine finanzielle Entschädigung erhalten. Im März 2011 wurde von SKB der Antrag zu Errichtung eines Endlagers am Standort Forsmark bei den schwedischen Aufsichtsbehörden eingereicht. Nach den Plänen der SKB soll die Genehmigung 2015 vorliegen und das Endlager in 2025 betriebsbereit sein.

SFR als Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle

Für schwach- und mittelradioaktive Abfälle der 10 schwedischen Kernkraftwerke betreibt SKB nahe beim Kernkraftwerk Forsmark seit 1988 ein oberflächennahes Endlager (SFR) etwa 50 m unter der Ostsee im Granit.  

Verbrauchte Brennelemente werden seit 1985 im zentralen Zwischenlager CLAB, nahe beim Kernkraftwerk Oskarshamn, zwischengelagert.

Stand: 14.11.2011