Verstürzung von Abfällen (Quelle: DPA)
Schwach- und mittelradioaktive Abfälle eingelagert

Von 1967 bis 1978 wurden in der Asse auf Basis von bergrechtlich erteilten Genehmigungen (siehe auch Chronologie) schwach- und später auch mittelradioaktive Abfälle eingelagert, zunächst von 1967 bis 1970 im Rahmen von Versuchseinlagerungen, danach mit Genehmigungen zur „dauernden Einlagerung“.  

Von 1971 an wurden in der Asse ein Großteil der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle der Bundesrepublik eingelagert.  Bis zum Ende der Einlagerung im Jahr 1978 wurden insgesamt 125.787 Abfallgebinde in insgesamt 13 alte Abbaukammern in 725 m bis 750 m Tiefe eingebracht. Schwachradioaktive Abfälle wurden in zehn Kammern an der Südflanke des Grubengebäudes und in zwei zentral gelegene Kammern eingelagert, mittelradioaktive Abfälle von 1972 bis 1977 in eine Kammer auf der 511-m-Sohle. Bei den mittelradioaktiven Abfällen handelt es sich um insgesamt 1.293 Gebinde.

Einteilung unter Strahlenschutzaspekten

Es ist grundsätzlich festzustellen, dass zum Zeitpunkt der Einlagerung von radioaktiven Abfällen in der Asse das Wissen um den Umgang, die notwendige Konditionierung, die Dokumentation und die Endlagerung nicht mit dem heutigen Stand vergleichbar ist. National wie auch international gab es in den 1960er und 1970er Jahren keine allgemein gültigen Klassifizierungen für radioaktive Abfälle. Bei der damaligen Einteilung der Abfälle in schwach- und mittelradioaktive Abfälle war daher in erster Linie nicht das radioaktive Inventar im Behälter, sondern die Strahlung an der Oberfläche der Behälter, die Ortsdosisleistung, relevant.  Diese war für die Mitarbeiter der Asse maßgeblich, da diese die Behälter während des Einlagerungsvorgangs handhaben mussten. Ziel der damals zum Teil erprobten Einlagerungstechniken (z.B. Verstürzen statt Stapeln) war daher auch, die Strahlenbelastung der Mitarbeiter zu minimieren.

Herkunft der Abfälle

Die Abfälle stammten aus den Forschungszentren Karlsruhe und Jülich (ca. 50% bzw. ca. 10%), und aus deutschen Kernkraftwerken (ca. 20%). Die verbleibenden ca. 20% waren Abfallgebinde von Landessammelstellen und aus der kerntechnischen Industrie. Für die Einlagerung wurden vom Bund Annahmegebühren von den Abfallverursachern erhoben.

Die meisten Abfälle wurden in 200- oder 400-Liter-Fässern oder als VBA-Gebinde („Verlorene Betonabschirmung“ als Einweg-Abschirmbehälter) eingelagert. Typische Abfälle, die in der Asse eingelagert wurden, sind beispielsweise Ionenaustauscherharze, Schlämme, Laborabfälle, aktivierte Metalle, Filter oder Textilien.  

Das gesamte Aktivitätsinventar betrug am 1. Januar 2010 2,89 x 1015Becquerel. Davon entfallen ca. 20% der Aktivität mit 5,62 x 1014Becquerel auf die mittelradioaktiven Abfälle. Das Gesamtvolumen beträgt etwa 47.000 Kubikmeter.

Detailliertere Informationen zu den in der Asse eingelagerten radioaktiven Abfällen finden sich im Bericht des Helmholtz Zentrums München und der Projektgruppe Jülich „AG Asse Inventar – Abschlussbericht“ vom 31.08.2010.

Stand: 14.11.2011