Geologischer Schnitt (Quelle: BGR)
Entstehung vor 140 Millionen Jahren

Von 1965 bis 1976 wurden in der Schachtanlage Konrad insgesamt 7 Millionen Tonnen Eisenerz abgebaut. Danach wurde die Gewinnung aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt: der Eisengehalt im Erz war zu gering. Die damals abgebaute Menge entspricht daher lediglich 0,5% des gesamten Lagerstättenvolumens. Das Eisenerz, Fachleute nennen es Korallenoolith, ist vor etwa 135-140 Millionen Jahren im oberen Jura (Malm) entstanden und liegt heute in etwa 800 bis 1.300 m Tiefe. Dieser Horizont dient als Wirtsgestein für die künftige Einlagerung der radioaktiven Abfälle. Der gesamte Eisenerztrog ist zwischen 8 km und 15 km breit, hat eine Mächtigkeit von 4 bis 18 Meter und sinkt von Ost nach West in die Tiefe ab. Im Laufe der folgenden Erdzeitalter lagerten sich weitere Sedimentschichten über dem Eisenerz ab: zunächst eine etwa 400 m dicke Schicht aus Tonstein in der Unterkreide, gefolgt von einer weiteren mächtigen Schicht Mergel- und Kalkstein in der Oberkreide, die vor etwa 65 Millionen Jahren ihr Ende fand. Die Schichten des Tertiärs (gering mächtige Tone, Schluffe und Sande) und Quartärs (Sande, Kiese und Schluffe) bilden die letzten stratigraphischen Horizonte des Deckgebirges.

Ton als Abdichtung gegenüber der Biosphäre

Die Tonsteine der Oberkreide bilden die entscheidende geologische Barriere, um die künftig im Endlager Konrad eingelagerten Abfälle für lange Zeiträume hydraulisch vom Grundwasser zu isolieren. Die geowissenschaftlichen Langzeitsicherheitsprognosen legen dabei einen Zeitraum von mindestens 100.000 Jahren zu Grunde, bei dem die für die Isolation des Endlagers vor der Biosphäre relevanten geologischen Vorgänge mit hoher Sicherheit prognostiziert werden können. Diese Berechnungen haben ergeben, dass auch in dieser fernen Zukunft eine Beeinträchtigung der Umwelt ausgeschlossen ist.