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Ergebnisoffene Bewertung aller Fakten nach dem Stand von Wissenschaft und Technik

Nahezu zeitgleich zur damaligen Wiederaufnahme der Erkundung im Oktober 2010 hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) eine „vorläufige Sicherheitsanalyse Gorleben“ (VSG) unter Federführung der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) in Köln in Auftrag gegeben. Diese sollte in der ursprünglichen Zielrichtung eine Bewertung erarbeiten, ob und ggf. unter welchen Randbedingungen eine sichere Endlagerung von hochradioaktiven (sogenannten Wärme entwickelnden) Abfällen am Standort Gorleben möglich ist.

Grundlagen für die wissenschaftlichen Arbeiten in der VSG waren:

Auf dieser Grundlage wurde in der VSG ein Sicherheits- und Nachweiskonzept erarbeitet, welches darstellt, wie durch Ausnutzung der Standortgeologie und weiterer technischer Maßnahmen (geotechnische Barrieren) eine langfristig sichere Endlagerung für 1 Mio. Jahre gewährleistet werden kann. Dabei wird der Nachweis einer sogenannten „Nullemission“ (vollständiger Einschluss) angestrebt. Dieser Zustand ist dann gegeben, wenn im Betrachtungszeitraum kein durchgängiger Lösungspfad von den Abfällen an die Biosphäre zu erwarten ist. Allenfalls sehr geringfügige Freisetzungen von Radionukliden, die einen Bruchteil der natürlichen Strahlenbelastung ausmachen, werden akzeptiert.

Im August 2012 wurde die Aufgabenstellung der VSG durch das BMU verändert. Nun stand nicht mehr eine dezidierte vorläufige Eignungsprognose für den Standort Gorleben im Vordergrund, sondern die Prüfung, ob die in der VSG entwickelten Endlagerkonzepte am Standort Gorleben oder einem vergleichbaren Standort aus heutiger Sicht geeignet sind, die Sicherheitsanforderungen des BMU zu erfüllen.Ein ursprünglich für das Jahr 2013 vorgesehener, internationaler Peer Review der Ergebnisse der VSG wurde von BMU nicht weiter verfolgt.

Aufgrund des erforderlichen Fachwissens war an der Bearbeitung der VSG eine Vielzahl von wissenschaftlichen Einrichtungen beteiligt. Dazu gehörten neben der GRS die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), die DBE Technology GmbH, das Institut für Gebirgsmechanik (IfG), das Institut für Sicherheitstechnologie (ISTec), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die nuclear safety engineering international (nse) GmbH, die Goethe-Universität Frankfurt und die TU Clausthal.

Die VSG wurde Ende März 2013 abgeschlossen, Arbeitspaketberichte sowie der Synthesebericht sind auf der Internetseite der GRS (www.grs.de) veröffentlicht. Die VSG hat keine Erkenntnisse ergeben, die die grundsätzliche Eignungshöffigkeit des Salzstocks Gorleben für wärmeentwickelnde Abfälle in Frage stellen.

Die Ergebnisse der VSG ersetzen nicht die Sicherheitsanalysen des Antragsstellers, die zur Einleitung eines Genehmigungsverfahrens erforderlich sind. Diese erfordern u.a. eine größere Datenbasis, die mit einem Abschluss der Erkundungsarbeiten am Standort Gorleben erst geschaffen werden müsste.

Stand: 30.10.2013