Geologischer Vertikalschnitt (Quelle: BGR)
Jahrmillionen – erdgeschichtlich dokumentiert in Gorleben

Der Salzstock Gorleben ist ein im Norden Niedersachsens liegender, etwa 14 km langer von Süd-West nach Nord-Ost verlaufender, die Bergleute sagen „streichender“, Salzkörper. Er besitzt eine maximale Breite von 4 km etwa in Höhe des Ortes Gorleben. Wie die anderen Lagerstätten im Norddeutschen Becken ist auch das Gorlebener Salzvorkommen vor ca. 250 Millionen Jahren, durch Verdunstung großer Mengen von Meerwasser im späten Perm, dem Zechstein, entstanden und später aufgestiegen, wodurch die typische Salzstockform entstanden ist. Die erdgeschichtlich nachfolgenden Zeitalter des Trias, des Jura, des Tertiär und Quartär umgeben bzw. überdecken daher den Salzstock. Der Salzkörper reicht bis in eine Tiefe von mehr als 3,2 km unter der Oberfläche. Die obere Begrenzung, Salzspiegel genannt, liegt bei etwa 250 m Tiefe.

Innerhalb des Salzstocks lassen sich noch eine Reihe unterschiedlicher stratigraphischer Horizonte unterscheiden. Eine Endlagerung von radioaktiven Abfällen würde im „Hauptsalz“ des Salzstocks erfolgen. Diese stratigraphische Einheit hat eine vertikale Mächtigkeit von 700 – 800 m.

„Gorlebener Rinne“ als vorweggenommene Zukunft

Das den Salzstock Gorleben überlagernde Deckgebirge des Tertiär und Quartär besteht aus Kiesen, Sanden, Tonen und Schluffen. Prägend für das Deckgebirge ist die „Gorlebener Rinne“, die während der Vergletscherung Norddeutschlands während der Elster-Eiszeit, etwa vor 400.000 Jahren, entstand. Das Vorhandensein einer Gletschereinwirkung über einem Salzstock ist keine Besonderheit im norddeutschen Raum und muss daher in Langzeitsicherheitsbetrachtungen für das Endlager als gegeben unterstellt werden, da bei zukünftigen klimatischen Entwicklungen weitere Eiszeiten, und damit Gletscherbildungen, nicht ausgeschlossen werden können.

Die Geologie des Salzstocks Gorleben ist auf Basis der bis zum Jahre 2000 durchgeführten Erkundungsarbeiten durch die BGR, die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, in mehreren Fachbänden umfangreich dokumentiert worden. Weitere Erkenntnisse werden bei der seit Oktober 2010 wieder aufgenommen Erkundung gewonnen.

Weiterführende Informationen zur Entstehung von Salzstöcken finden Sie hier.