Sicherer Abschluss von der Biosphäre

Das Ziel aller seit Ende der Einlagerung durchgeführten Arbeiten im Rahmen der Stilllegung des ERAM ist es, die Abfälle sicher von der Biosphäre zu isolieren und damit Auswirkungen auf Mensch und Umwelt auch langfristig sicher zu vermeiden. Das bedeutet, dass die Integrität der Salzbarriere dauerhaft erhalten bleiben muss.

Stabilisierung alter Grubenbaue

Als altes Gewinnungsbergwerk weist das Grubengebäude einen hohen Durchbauungsgrad auf, vor allem im Zentralteil des Bergwerks waren durch die Salzgewinnung viele Hohlräume geschaffen worden. Durch die lange Standzeit dieser Hohlräume beeinflussten erste Schädigungsprozesse die Stützfunktion des umliegenden Gebirges. 2001 gab es so auch einen „Löserfall“ in Abbau 3 auf der 2. Sohle: ca. 4.000 Tonnen Gestein lösten sich von der Decke einer Abbaukammer, Bergleute sagen Firste, und stürzten auf den Kammerboden. In dieser Kammer lagern keine radioaktiven Abfälle. Nachdem bereits 2000 zwei Abbaue im Südfeld verfüllt wurden, begann im Oktober 2003 auch die Verfüllung von nunmehr insgesamt 27 Abbaukammern zur Stabilisierung des Zentralteils in 370 bis 500 m Teufe.. Vor Verfüllung einer Kammer müssen die Zugänge mit Dammbauwerken verschlossen werden. Diese Maßnahmen erfolgten im Rahmen einer „bergbaulichen Gefahrenabwehrmaßnahme im Zentralteil“ (bGZ). 

Salzbeton als Stütze

Zur Verfüllung wird hydraulisch abbindender Salzbeton genutzt. Dieser besteht zu ca. 40% aus Steinsalz, die restlichen Anteile bestehen zu ungefähr gleichen Anteilen aus Sand, Kalksteinmehl, Zement und salzgesättigtem Wasser. Der Salzbeton wird in einem übertägigen Betonmischwerk direkt neben den Tagesanlagen des ERAM angemacht und über eine Pumpstation durch Förderleitungen nach unter Tage verbracht. Nach vollständiger Verfüllung einer Kammer stützt der abgebundene Salzbeton die Firste und entlastet somit die stärker beanspruchten umliegenden Stützen aus Salzgestein, die Festen. Durch diese Stabilisierungsmaßnahmen wird ein Versagen der Festen und der Schweben, die Schichten zwischen zwei übereinanderliegenden Abbaukammern, verhindert. Bis Februar 2011 wurden insgesamt 935.000 m³ Salzbeton in den Zentralbereich gepumpt, seit Beginn der Verfüllung durchschnittlich 11.000 m³ pro Monat. Radioaktive Abfälle wurden im Zentralteil nur in geringem Maße eingelagert (kontaminierter Schrott). Diese Abbaue liegen unterhalb der verfüllten Abbaue und wurden offen gelassen, um hinsichtlich des noch laufenden Planfeststellungsverfahrens zur Stilllegung keine vollendeten Tatsachen zu schaffen.

Stilllegungskonzept nach Planfeststellungsbeschluss

Das BfS erwartet den Planfeststellungsbeschluss zur Stilllegung Ende 2014. Erst dann kann mit den entscheidenden Maßnahmen begonnen werden, die die langfristige Isolierung der radioaktiven Abfälle von der Biosphäre gewährleisten. Hierzu zählen u.a. die Verfüllung großer Bereiche der Grube mit insgesamt ca. 4,8 Mio. m³ Salzbeton und die Abdichtung der Einlagerungsbereiche mit radioaktiven Abfällen mit geeigneten Dammbauwerken.

Stand: 14.11.2011