Schneidearbeiten mit der Teilschnittmaschine
Das Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM) ist aus dem ehemaligen Kali- und Steinsalzbergwerk Bartensleben hervorgegangen. Es liegt unmittelbar an der Grenze der Bundesländer Sachsen-Anhalt und Niedersachsen in der Nähe der Stadt Helmstedt. In den 1920er Jahren wurde hier zuerst Kalisalz gewonnen, später bis zum Ende der 1960er Jahre Steinsalz. In den 1970er Jahren wurde das Bergwerk von den Kraftwerksbetreibern der ehemaligen DDR gekauft und als Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle genutzt.

Bis 1990 wurden verschiedene Einlagerungstechniken praktiziert:

  • flüssige radioaktive Abfälle wurden unter Tage mit Braunkohleasche verfestigt,
  • mittelradioaktive Abfälle und umschlossene Strahlenquellen wurden mit wieder verwendbaren Transportcontainern in eine Kammer verstürzt,
  • schwachradioaktive Abfälle sind in 200-Liter-Fässern gestapelt worden.

Bohrarbeiten in einer Vesuchsstrecke
Mit der Wiedervereinigung ging das ERAM 1990 nach §9a Absatz 3 des Atomgesetzes in Bundeseigentum über und wird seitdem vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) betrieben, die Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe mbH (DBE) wurde mit der Betriebsführung beauftragt. 1998 wurden die Einlagerungsarbeiten, abgesehen von kleinen Mengen eigener Betriebsabfälle, endgültig eingestellt.

Das Gesamtvolumen der im ERAM von 1978 bis 1998 eingelagerten schwach- und mittelradioaktiven Abfälle beläuft sich auf insgesamt 36.754 m³ und ca. 6.600 Strahlenquellen. Seit 1998 wird das Bergwerk offen gehalten und für die endgültige Stilllegung vorbereitet. Neben Instandhaltungsmaßnahmen werden vorbereitende Arbeiten zur Stilllegung ausgeführt. Zur Minimierung von Gebirgskonvergenzen im Zentralteil des Bergwerks wurde von 2003 bis 2011 in 27 alte Steinsalzabbaue insgesamt ca. 935.000 m³ Salzbeton verfüllt. Damit ist das Grubengebäude auch langfristig so stabilisiert, dass die noch zu genehmigenden Arbeiten im Rahmen der Stilllegung sicher durchgeführt werden können. Mit den Verschlussmaßnahmen im Rahmen der endgültigen Stilllegung wird nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens voraussichtlich ab etwa 2025 begonnen.

Stand: 23.09.2014