Sichere Entsorgung gewährleistet

Die Entsorgung von mehr als 90 Prozent des gesamten Volumens aller radioaktiven Abfälle (umgangssprachlich auch Atommüll genannt) in Deutschland wird mit der Inbetriebnahme des Endlagers Konrad im südöstlichen Niedersachsen auf dem Gebiet der Stadt Salzgitter sichergestellt. Diese schwach- und mittelradioaktiven Abfälle („Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung“) enthalten weniger als  0,1 Prozent der Radioaktivität aller bereits angefallenen und noch anfallenden Abfälle und stellen etwa 90% des gesamten Abfallvolumens dar. Seit Anfang 2007 liegt ein bestandskräftiger, unanfechtbarer Planfeststellungsbeschluss für die Errichtung und den Betrieb des Endlagers vor. Das Endlager Konrad ist für ein Abfallvolumen von 303.000 m³ genehmigt worden. Ursprünglich geplant und Grundlage für die Langzeitsicherheitsanalysen waren  650.000 m³. Die Begrenzung ergab sich durch eine Abfrage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) bei den Ablieferungspflichtigen zur Qualität und Quantität der vorhandenen und in Zukunft noch anfallenden Abfälle. Nach den Prognosen des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) vom November 2007 werden bis 2080 rund 291.000 Kubikmeter radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmentwicklung anfallen.

Der Projektverantwortliche BfS hat gemeinsam mit dem von ihm Beauftragten Dritten gemäß § 9a Absatz 3 AtG, der Deutschen Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe mbH (DBE), im Mai 2007 mit den Vorbereitungen zur Umrüstung der Schachtanlage zum Endlager begonnen. Bis Ende 2009 waren im Wesentlichen Planungsarbeiten durchzuführen. Seitdem werden Auflagen und Nebenbestimmungen des Planfeststellungsbeschlusses nach Stand von Wissenschaft und Technik in aktualisierte Ausführungsplanungen umgesetzt. Aktuell laufen parallel dazu die über- sowie untertägigen Umbaumaßnahmen. Dazu gehört beispielsweise die Errichtung der erforderlichen übertägigen Gebäude, die Sanierung der Schächte Konrad 1 und 2 und der Einbau der notwendigen Fördereinrichtungen sowie die Beschaffung bzw. Instandsetzung der notwendigen Betriebsmittel für die Streckenauffahrung unter Tage bzw. den zukünftigen Transport der Abfallgebinde.

Nachdem bis Ende 2013 vom Betreiber BfS in Zusammenarbeit mit der DBE eine Inbetriebnahme "nicht vor 2019" genannt wurde, ist dieser Termin nach aktuellen Berechnungen der DBE aufgrund von Verzögerungen nicht mehr realistisch. Die DBE geht von einer Inbetriebnahme im Jahr 2022 aus. Der Betreiber BfS hat diesen Termin allerdings noch nicht als belastbaren Inbetriebnahmetermin bestätigt. Nach der Inbetriebnahme werden die konditionierten Abfälle in speziellen behördlich zugelassenen Behältern in  bis zu 1.000 m lange Einlagerungskammern in über 800 m Tiefe verbracht, abschnittsweise Versatzwände errichtet und die dahinter liegenden verbleibenden Hohlräume mit Pumpversatz (Gemisch aus bergwerkseigenem Haufwerk, Zement und Wasser) verfüllt. So wird ein sicherer Einschluss der Abfälle für Jahrtausende gewährleistet. Durch wissenschaftliche Berechnungen über eine eventuell mögliche Ausbreitung von Radionukliden wurde nachgewiesen, dass eine Kontamination der Biosphäre für Jahrtausende ausgeschlossen werden kann.

Stand: 15.05.2014