Brecher für Salzgestein

Offenhaltungsbergwerk Gorleben

Das "Bergwerk zur Erkundung des Salzstocks Gorleben" wird bereits seit 1979 auf seine Eignung als Endlager für radioaktive Abfälle (umgangssprachlich auch Atommüll genannt) über- und untertägig untersucht. Die beiden Schächte Gorleben 1 und 2 mit einer Tiefe von 933 m bzw. 840 m erschließen den rund 14 km langen und 4 km breiten Salzstock Gorleben.

 

Die Standortwahl des heutigen Erkundungsbergwerks Gorleben ist das Ergebnis eines wissenschaftlich fundierten Auswahlverfahrens aus über 140 Salzstöcken. Auf dem Weg zum aktuell gültigen Entsorgungskonzept in Deutschland fußte das Auswahlverfahren auf Empfehlungen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) aus dem Jahr 1963. Die BGR hatte sich beim Thema Endlagerung schon damals für tiefe geologische Formationen ausgesprochen. Favorisiert wurde dabei Salz als Wirtsgestein..

 

Das so genannte Gorleben-Moratorium unterbrach ab Oktober 2000 die Erkundungsarbeiten für einen Zeitraum von zehn Jahren. Der Salzstock Gorleben stellt aktuell den weltweit am besten untersuchten Standort für ein potenzielles Endlager dar. Seine Untersuchung als mögliches Endlager für wärmeentwickelnde Abfälle (z.B. abgebrannte Brennelemente und hochradioaktive Abfälle aus der Wiederaufarbeitung) wurde seit Oktober 2010 ergebnisoffen weitergeführt. Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hatte zunächst die Erkundungsbereiche 1 und 3 geplant, die Erkundung aber Ende 2011 auf den Erkundungsbereich eingeschränkt.

 

Die Erkundung wurde durch Klagen gegen einen bis zum 31.12.2012 verlängerten Hauptbetriebsplan am 07.11.2012 unterbrochen. Das BMU hatte im Dezember 2012 erklärt, die Erkundungsarbeiten bis zunächst zur Bundestagswahl 2013 nicht wieder aufzunehmen, um die damals laufenden Gespräche zur Erarbeitung eines Standortauswahlverfahrens nicht zu gefährden.  Das Standortauswahlgesetz ist im Juli 2013 in Kraft getreten. Die Erkundungsmaßnahmen am Standort Gorleben können nur gemäß Standortauswahlgesetz (StandAG) wieder aufgenommen werden. Bis dahin wird der Standort offengehalten, wenn er nicht vorher aus dem Standortauswahlverfahren ausgeschlossen werden sollte.

 

Begleitend zur Erkundung wurde seit Mitte 2010 bis Ende März 2013 eine „Vorläufige Sicherheitsanalyse Gorleben (VSG)“ unter Federführung der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) mbH durchgeführt, die ursprünglich mit einer vorläufigen Eignungsaussage abgeschlossen werden sollte. Die Ziele des Projekts wurden im August 2012 durch das BMU verändert, sodass keine vorläufige Eignungsaussage mehr im Fokus stand, sondern eine Prüfung, ob die in der VSG entwickelten Endlagerkonzepte im Verbund mit der geologischen Barriere am Standort Gorleben oder an anderen Standorten mit vergleichbarer geologischer Situation geeignet erscheinen, die Sicherheitsanforderungen des BMU  aus dem Jahr 2010 zu erfüllen

 

Das Projekt wurde am 01.10.2013 mit der Veröffentlichung des Syntheseberichts abgeschlossen. Die VSG hat keine Erkenntnisse ergeben, die die Eignungshöffigkeit des Standorts grundsätzlich in Frage stellen.

 

Ende Juli 2014 entschied der Bund mit Bezug auf den § 29 Standortauswahlgesetz (StandAG), den Erkundungsbereich 1 stillzulegen. Bis zur Standortentscheidung im Rahmen des Standortauswahlverfahrens nach StandAG für den Salzstock Gorleben oder aber bis zum Ausscheiden des Standorts aus dem Auswahlverfahren werden die beiden Schächte sowie Teile des Infrastrukturbereichs, die für die Bergbausicherheit sowie die Grubenbewetterung notwendig sind, offengehalten.

 

Stand: 30.07.2014