Abfälle/Abfallmengen
Woher kommen die Abfälle?
Radioaktive Abfälle entstehen z.B. durch die Bestrahlung von Materialien mit Neutronen (Brennelemente) oder durch Kernreaktionen sowie durch den Umgang mit radioaktiven Stoffen.
Hier einige Beispiele:
Betriebsabfälle (Abfälle aus dem Betrieb von Kernkraftwerken und Forschungsreaktoren): z.B. radioaktiv verschmutzte Putzlappen, Arbeitskleidung, Öle, Verdampferkonzentrate, Papiere, Wasser aus Abklingbecken - Industrieabfälle (Abfälle aus der sonstigen Industrie, die Strahlenquellen benutzt, z.B. Chemie): Art, siehe Betriebsabfälle
- Stilllegungsabfälle (Abfälle aus der Stilllegung von abgeschalteten KKW): z.B. Metallschrott, Bauschutt
- Abfälle aus Forschungseinrichtungen: z.B. radioaktive Flüssigkeiten zur Verfolgung biologischer Vorgänge, Tücher, kontaminierte Pflanzen, Reagenzgläser
- Abfälle aus Kliniken: z.B. Flüssigkeiten zur Diagnostik und Therapie, Spritzen, Handschuhe, Röntgenzubehör, organische Abfälle
- Wiederaufarbeitungsabfälle: z.B. flüssige Abfälle, die bei der Auflösung von abgebrannten Brennelementen in Säure entstehen und die konditioniert (verfestigt) wurden (Glaskokillen); Reststoffe.
Welche verschiedenen Arten von radioaktiven Abfällen gibt es?
In Deutschland gibt es ein Klassifizierungssystem für radioaktive Abfälle, da die Abfälle bei der Zwischen- und Endlagerung unterschiedlich behandelt werden müssen. Diese Klassifizierung für die Endlagerung in Deutschland sieht wie folgt aus: man unterscheidet in hochaktive wärmeentwickelnde Abfälle (hauptsächlich ausgediente Brennelemente, Wiederaufarbeitungsabfälle), mittelradioaktive wärmeentwickelnde Abfälle (z. B. Brennelement-Hülsen, Strukturteile aus der Wiederaufarbeitung), mittelradioaktive Abfälle ohne Wärmeentwicklung (z.B. Kugel- bzw. Pulverharze aus der Wasserreinigung) und leichtradioaktive Abfälle (z.B. verfestigte Flüssigabfälle, Putzlappen, Arbeitskleidung).
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) führt regelmäßig im Auftrag des Bundesumweltministeriums Erhebungen über den Bestand an radioaktiven Abfällen in Deutschland durch. Bis Ende 1998 sind nach Angaben des BfS ca. 59.000 m³ radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung und ca. 3.400 m³ wärmeentwickelnde Abfälle angefallen. Die bereits in der Asse und in Morsleben sicher endgelagerten nicht wärmeentwickelnden Abfälle sind in den Zahlen nicht enthalten.
Um die späteren Endlager planen zu können, sind Abschätzungen und Prognosen über künftig zu erwartende Abfallmengen erforderlich. Da man heute noch nicht mit Sicherheit weiß, wie lange die Kernkraftwerke in Betrieb bleiben, wurden die Abfallmengen für zwei mögliche Zeiträume abgeschätzt: 35 und 50 Jahre.
Im Falle einer 35-jährigen Betriebszeit fallen 310.000 m³ und bei 50 Jahren Betriebszeit 340.000 m³ an nicht wärmeentwickelnden Abfällen an. Für die gleichen Laufzeit-Szenarien liegen die Mengen für wärmeentwickelnde Abfälle bei ca. 37.000 m³ bzw. ca. 48.000 m³. Die Differenz ist somit relativ gering.
Nach dem Entsorgungskonzept der früheren Bundesregierungen sollten die nicht wärmeentwickelnden Abfälle im Schacht Konrad endgelagert werden. Für den Fall, dass der Salzstock Gorleben als Endlager geeignet ist, können dort alle Arten von radioaktiven Abfällen endgelagert werden.