Seit 1979 wird der Salzstock Gorleben intensiv durch ein Erkundungsprogramm untersucht. Es handelt sich um einen der größten Salzstöcke Niedersachsens. Er liegt unter einem ca. 250 m mächtigen Deckgebirge und erstreckt sich ungefähr bis in eine Tiefe von 3.500 m. Seine Fläche beträgt ca. 40 km².

Neben der geologischen und hydrogeologischen Untersuchung des Deckgebirges mittels einer Vielzahl von Bohrungen, teilweise bis kurz unter den Salzspiegel (Oberkante des Salzstockes), wurden vier Tiefbohrungen abgeteuft. Die Tiefbohrungen lieferten eine Übersicht der ausgebildeten Salzgesteine. Nach der Auswertung aller Bohrergebnisse wurden die Standorte der beiden Schächte festgelegt, so dass 1983 mit der untertägigen Erkundung begonnen werden konnte.

Nach der Erstellung der Schächte und der Infrastrukturbereiche wurde bisher der größte Teil des Erkundungsbereiches 1 (von vorläufig fünf Erkundungsbereichen) aufgeschlossen. Bis heute wurden unter Tage 7,1 km Strecken aufgefahren, über 11.000 m Bohrungen erstellt sowie annähernd 230.000 m³ Hohlraum geschaffen.

Zur Bewertung des Standortes Gorleben ist neben der Erkundung des Erkundungsbereiches 1 die Untersuchung weiterer Erkundungsbereiche, insbesondere nach Nordosten, notwendig. Bei einer planmäßigen Durchführung dieser Untersuchungen hätte eine Aussage zur Eignung als Endlager bis 2005 vorliegen können. Die Erkundungsarbeiten sind jedoch seit dem 01.10.2000 für einen Zeitraum von 3 bis 10 Jahren unterbrochen worden (Gorleben-Moratorium).

Diese beim Niederbringen der Schächte und beim Anlegen der untertägigen Strecken durchgeführten und noch durchzuführenden, intensiven technischen und wissenschaftlichen Untersuchungen sollen zusammen mit den Ergebnissen der Erkundung von über Tage aus zu einer Aussage über die Eignung oder Nichteignung des Standortes Gorleben führen. Im Falle von positiven Ergebnissen bei der Gesamterkundung und der Sicherheitsanalyse kann mit der Erstellung der Planunterlagen für das atomrechtliche Genehmigungsverfahren begonnen werden.

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