In der Schachtanlage Konrad können radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung eingelagert werden. Die Abfälle stammen aus folgenden Einrichtungen:

  • Forschungseinrichtungen
  • Kernkraftwerke
  • Wiederaufarbeitungsanlagen
  • Landessammelstellen für radioaktive Abfälle (Medizin, allgemeine Industrie)
  • Industrie des Kern-Brennstoffkreislaufes
  • Abbau kerntechnischer Anlagen.

Der Anteil des einzulagernden radioaktiven Abfalls aus Kernkraftwerken beläuft sich auf ca. 65%.

Die Abfälle werden in drei Arten von Behältern verpackt und zwar in Stahlcontainer (mit maximalen Abmessungen von 3,2 m x 2 m x 1,7 m), zylindrische Betonbehälter und Gussstahlbehälter. Das Gesamtgewicht eines Abfallgebindes darf nicht höher als 20 Tonnen sein. Die Abfälle können sowohl mit der Bahn als auch mit LKW zur Schachtanlage Konrad transportiert werden.

Nach Ankunft der Abfallbehälter wird eine Eingangskontrolle durchgeführt, wobei Identität, Integrität und Kontaminationsfreiheit der Behälter überprüft werden. Zylindrische Abfallgebinde aus Beton oder Gussstahl werden auf Tauschpaletten transportiert. Danach werden die Behälter von einem Kran auf gleisgebundene Plateauwagen gesetzt, zur Schachthalle transportiert und auf den Förderkorb geschoben. Auf der Hauptfördersohle im Niveau 850 m werden die Plateauwagen vom Förderkorb gezogen und die Abfallbehälter mit Hilfe eines Portal-Hubwagens auf Schienen auf ein Diesel-Transportfahrzeug umgeladen. Dieses transportiert die Behälter bis zum Eingang der Einlagerungskammer. Jedes Einlagerungsfeld besteht aus horizontalen parallel laufenden Einlagerungskammern, die 800 m lang sind und einen Querschnitt von 6 mal 7 Meter haben. Ein Gabelstapler transportiert die Container oder die Tauschpaletten in den Einlagerungskammern und stapelt die Container und die Abfallgebinde, nachdem diese von den Tauschpaletten entladen wurden.

Der verbliebene Hohlraum und die Zwickel zwischen den Behältern werden im Pumpversatzverfahren mit Beton verfüllt. Als Zuschlagstoff ist Erz aus der Grube vorgesehen. Am Ende der Einlagerungskammern sind Abschlussbauwerke vorgesehen, die die verfüllten Strecken vom übrigen, noch offenen Grubengebäude abtrennen sollen.

Es ist geplant, die einzelnen Einlagerungskammern nach Bedarf aufzufahren. Insgesamt ist ein Hohlraumvolumen von 1,1 Mio m³ erschließbar, das ca. 650.000 m³ Abfälle aufnehmen könnte. Je nach Abfallanfall könnte das Endlager 40 bis 60 Jahre betrieben werden. Im Ein-Schicht-Betrieb lassen sich in der Schachtanlage Konrad jährlich 3.400 Transporteinheiten oder 20.000 m³ radioaktive Abfälle einlagern.

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