ÄSPÖ (Schweden)
In Schweden ist SKB (Svensk Kärnbränslehantering AB) mit Sitz in Stockholm für die Entsorgung der Kernkraftwerke und die Endlagerung radioaktiver Abfälle und ausgedienter Brennelemente zuständig. Auch das schwedische Untertagelabor ÄSPÖ wird von SKB betrieben.
Äspö liegt nahe der Stadt Oskarshamn ca. 310 km südlich von Stockholm an der Ostseeküste. Das Untertagelabor wurde im Granit aufgefahren und hat eine Tiefe von 450 m unter NN. Es besteht aus einem Schacht und einer spiralförmigen Versorgungsrampe mit einer Länge von über 3,5 km. Auch in Äspö wird die internationale Zusammenarbeit groß geschrieben. Kanada, Finnland, Frankreich, Japan, die Schweiz, Großbritannien, die USA und Deutschland beteiligen sich an der dortigen Forschung.
Unterschiedliche Methoden der Standortuntersuchung wurden getestet und verifiziert, d. h. auf ihre Richtigkeit überprüft. Weiterhin werden Einlagerungstechnologien für den Einsatz in einem zukünftigen Endlager getestet. Beispielsweise wird, ähnlich wie in der Schweiz, die Endlagerung von wärmeproduzierenden Abfällen mit Heizelementen simuliert, um unter anderem die Stabilität und Wirksamkeit des Bentonitpuffers zu testen. Weiterhin werden Daten als Grundlage für die Erstellung einer Sicherheitsanalyse gesammelt. Ein wichtiges Projekt in diesem Zusammenhang ist die Untersuchung des Grundwasserflusses und die damit verbundene Migration von Radionukliden im Umfeld des Endlagers. Ein großmaßstäblicher hydrogeologischer Pumpversuch hat den Nachweis erbracht, dass die mathematischen Modelle sowie die entsprechenden Rechenprogramme in der Lage sind, den Grundwasserfluss in einem Endlager im Granit dreidimensional zu berechnen.