ASSE (Deutschland)

Die Asse - ein Steinsalz- und Kalisalzbergwerk in der Nähe von Wolfenbüttel in Niedersachsen - wurde 1964 nach fast 60-jährigem Förderbetrieb stillgelegt. Im März 1965 kaufte das heutige Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit GmbH (GSF) im Auftrag der Bundesregierung die Anlage zur Durchführung von Forschungen auf dem Gebiet der Tieflagerung radioaktiver Abfälle.

Von 1967 bis 1978 wurden im Rahmen einer Versuchseinlagerung rund 125.000 Behälter mit schwachradioaktiven Abfällen und 1.300 Fässer mit mittelradioaktiven Abfällen in der Asse eingelagert. Hierbei wurden unterschiedliche Einlagerungstechniken erprobt und optimiert. In der Folgezeit wurde die Asse dann ausschließlich als Forschungsbergwerk betrieben.

Forschungsarbeiten "Thermische Simulation der Streckenlagerung"

Eines der erfolgreichsten und am meisten beachteten Forschungsprojekte war die "Thermische Simulation der Streckenlagerung". Elektrisch betriebene Erhitzer, die die Wärme von in POLLUX-Abschirmbehälter verpackten bestrahlten Brennelementen simulierten, wurden in 800 m Teufe in zwei parallelen Einlagerungsstrecken eingelagert und mit Salzgrus überdeckt. Die Erhitzer lieferten 8 1/2 Jahre bis zur planmäßigen Abschaltung im Februar 1999 die gleiche Wärme, die ausgediente Brennelemente an das Endlagerwirtsgestein Salz abgegeben hätten. Der Versuch hat gezeigt, dass wärmeentwickelnde Abfälle im Salz nach kurzer Zeit vollständig eingeschlossen werden. Darüber hinaus konnte die Übereinstimmung zwischen gemessener und vorausberechneter Kompaktierung des Versatzmaterials Salzgrus sowie der Temperatur-, Verformungs- und Spannungsentwicklung festgestellt werden. Die endgültige Auswertung der gemessenen Daten wird derzeit noch vorgenommen.

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