In vielen Ländern mit Nuklearprogrammen, die größere Mengen radioaktive Abfälle und ausgediente Brennelemente erzeugen, gibt es Forschungs- und Entwicklungsprogramme zur Endlagerung radioaktiver Abfälle. Den Untertagelaboratorien kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu, da in ihnen die zukünftigen Endlagerbedingungen abgebildet werden. Theoretische Ansätze und neu entwickelte Methoden können durch praktische Erfahrungen bestätigt werden. Computerprogramme, die zukünftige Verhältnisse in einem Endlager vorausberechnen, können anhand von praktischen Versuchen überprüft werden. Neben Erfahrungen bei der Standortcharakterisierung und der technischen Endlagerauslegung können auch Informationen zum Betrieb von Gerätschaften und Maschinen, die in einem Endlager eingesetzt werden, gewonnen werden.

In den jeweiligen Ländern werden, entsprechend der vorhandenen geologischen Gegebenheiten, unterschiedliche Wirtsgesteine für die Endlagerung von radioaktiven Abfällen untersucht. Aus diesem Grund gibt es Untertagelabors im Salz, im Granit und auch im Ton. Die am weitesten ausgebauten und am intensivsten genutzten Untertagelabors sind die Asse im Steinsalz (Deutschland), Grimsel im Granit und Mont-Terri im Ton (beide Schweiz) sowie Äspö, ebenfalls im Granit (Schweden). In Frankreich wird derzeit am Standort Bure ein weiteres Untertagelabor in einer Tonformation errichtet.

Siehe auch:  ASSE(Deutschland), GRIMSEL (Schweiz) und ÄSPÖ(Schweden)

Page in English