Finnland
Die finnische Endlagerplanung wird in enger Kooperation mit Schweden durchgeführt. Das finnische Endlagerkonzept für ausgediente Brennelemente im Granit basiert auf dem schwedischen Konzept. Die Einlagerung ausgedienter Brennelemente soll im Jahr 2020 beginnen.
Der finnischen Regierung wurde im Mai 1999 der Antrag auf Festlegung eines Standortes für das Endlager für ausgediente Brennelemente vorgelegt, dabei wurde der Standort Olkiluoto in der Gemeinde Eurajoki genannt. Im Vorfeld waren noch drei weitere Standorte in der Diskussion. Die Aufsichtsbehörde STUK und die Gemeinde Eurajoki haben positive Stellungnahmen abgegeben. Die Zustimmung der finnischen Regierung und des Parlaments zu dem Antrag liegen ebenfalls vor. Somit kann mit der Planung und Errichtung des Endlagers begonnen werden.
Für mittel- und schwachradioaktive Abfälle gibt es in Finnland zwei ähnlich aufgebaute Endlager, die sich an den Standorten der Kernkraftwerke in Olkiluoto und Loviisa befinden. In Olkiluoto wird seit 1992 und in Loviisa seit 1998 eingelagert. Die schwach- und mittelradioaktiven Gebinde werden aus einem Zwischenlager mit Spezialfahrzeugen über 300 m öffentliche Straße ins Endlager transportiert und dort über eine Rampe bis in eine Halle in 60 m Tiefe gefahren. Die Abfälle werden in zwei Lagersilos, je eines für schwach- und eines für mittelradioaktive Abfälle, herabgelassen. Die Silos haben einen Durchmesser von 24 m und eine Höhe von 34 m und werden nach dem Befüllen mit Betonplatten abgedeckt, deren Dicke sich nach der erforderlichen Abschirmung richtet. Insgesamt hat das Endlager eine Kapazität, die den gesamten radioaktiven Abfall in Finnland in den nächsten 50 Jahren aufnehmen kann.
In Finnland wird in Kürze das erste Endlager für hochradioaktive Stoffe gebaut.