Seit 1979 wird der an der Elbe im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg gelegene Salzstock Gorleben auf seine Eignung als Endlager für alle Arten von radioaktiven Abfällen und bestrahlten Brennelementen untersucht. Das Untersuchungsprogramm besteht aus der übertägigen und untertägigen geologischen und bergmännischen Erkundung sowie der Bearbeitung und Bewertung aller Fragen, die für eine spätere Eignungs- und Sicherheitsaussage notwendig sind. Die Ergebnisse der Erkundung und der Sicherheitsanalyse sind die Basis für das Genehmigungsverfahren.

Bei der Erkundung des Salzstockes handelt es sich um ein ergebnisoffenes Verfahren, das stufenweise beim Nachweis der Eignung weitergeführt wird und bei Feststellung der Nichteignung abgebrochen werden würde. Der Nachweis wird nach dem neuesten Erkenntnisstand geführt.

Die übertägige Erkundung (Bohrungen von der Oberfläche aus) von 1979-1983 umfasste ein umfangreiches geologisches und hydrogeologisches Untersuchungsprogramm, die Erforschung des äußeren Aufbaus des Salzstockes und seine Einbettung in die umgebenden geologischen Formationen sowie die Untersuchung der hydrogeologischen Verhältnisse des Deckgebirges. Die dabei erzielten Ergebnisse bestätigten die Eignungshöffigkeit, d. h. die potenzielle Eignung des Salzstockes.

Nach Vorliegen dieser Ergebnisse konnte mit der Erkundung unter Tage begonnen werden. Etwa im Zentrum des Salzstockes wurden zwei (840 bzw. 930 m tief) Schächte angelegt. Anschließend stellte man auf der Erkundungssohle in 840 m Tiefe eine horizontale Verbindung zwischen den beiden Schächten sowie die für den Betrieb eines Erkundungsbergwerkes nötige Infrastruktur (Werkstätten und Materiallager) her.


Gleichzeitig wurde mit einem umfangreichen untertägigen geowissenschaftlichen Bohr- und Untersuchungsprogramm begonnen, z. B. der Kartierung der geologischen Schichten, der Beurteilung der Kerne aus Bohrungen, der Erstellung geophysikalischer Profile sowie der Nutzung vielfältiger Messmethoden zur Ermittlung der Gebirgspermeabilität (Durchlässigkeit) und -spannung, des Temperaturverlaufs und möglichen Verformungen. 1998 wurde mit der Auffahrung und Erkundung des ersten Erkundungsbereiches (EB1) begonnen. Am 01.10.2000 wurden die Arbeiten für einen Zeitraum von 3 bis 10 Jahren unterbrochen (Moratorium).

Das Bundesamt für Strahlenschutz und die beteiligten Forschungseinrichtungen führten parallel zu den Erkundungsarbeiten begleitende wissenschaftliche Untersuchungen durch. Sie waren darauf ausgerichtet, eine Aussage zur Eignung oder Nichteignung des Standortes zu treffen und gegebenenfalls die Grundlagen für die Sicherheitsanalyse zu erarbeiten, damit anschließend die Genehmigungsunterlagen erstellt werden können. Einige der Themen dafür waren: geologische und hydrogeologische Modelle, Störfallszenarien, Nuklid-Ausbreitungsmodelle, Stoffbestand und Langzeitsicherheit, Kritikalitätssicherheit, Prüfung von Abfällen, Untersuchung möglicher Lösungseinschlüsse in Salzgesteinen.

Bisher wurden ca. 1,3 Milliarden € in das Projekt Endlager Gorleben investiert. Es sind dort heute etwa 75 Mitarbeiter/innen beschäftigt.

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