Ergebnisse von bisher in Deutschland durchgeführten Kritikalitätsrechnungen
Im Zusammenhang mit Forschungsarbeiten zur Direkten Endlagerung von radioaktiven Abfällen (ohne vorherige Wiederaufarbeitung) wurde die Frage der Kritikalität bereits sehr früh (1980) untersucht [K.D. Closs et al.: "Vergleich der verschiedenen Entsorgungsalternativen und Beurteilung ihrer Realisierbarkeit", Kernforschungszentrum Karlsruhe, KfK 3000, September 1980]. Die Berechnungen zeigten, dass ein entsprechendes Risiko in einem im Salz errichteten Endlager für abgebrannte Brennelemente nicht gegeben ist. Dies gilt selbst für den unrealistischen Fall, dass die Bildung reiner Uran-Plutoniumgemische unterstellt und die absorbierende Wirkung der Spaltprodukte und Korrosionsprodukte der Endlagerbehälter vernachlässigt wird. Erst wenn man eine selektive Plutoniumanhäufung postuliert, könnte eine Kritikalität auftreten. Eine selektive Anreicherung des Plutoniums ist jedoch aufgrund des ähnlichen geochemischen Verhaltens von Uran und Plutonium nach amerikanischen Untersuchungen extrem unwahrscheinlich.
Neuere Kritikalitätsrechnungen (1999), die im Auftrag des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) von der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) durchgeführt wurden, bestätigen diese Aussage [GRS-Bericht: "Analysen zur Kritikalitätssicherheit in der Nachbetriebsphase des Endlagers Gorleben", im BfS-Jahresbericht 1998, Salzgitter, Juni 1999, S. ET 17]. Es wurde zusätzlich die Kritikalitätssicherheit von bestrahlten MOX-Brennelementen festgestellt.