In Kernkraftwerken wird Energie durch Spaltung des Uranisotops 235 (U-235) und Verwertung der dabei entstehenden Wärme gewonnen. Um die Kernspaltung einzuleiten, sind freie Neutronen erforderlich. Das Neutron dringt in einen Urankern ein, wodurch dieser instabil wird und sich in zwei Teilstücke spaltet. Pro Spaltvorgang entstehen weitere freie Neutronen, die bei Vorhandensein von ausreichend spaltbarem Material weitere Kernspaltungen einleiten können. Auf diese Weise läuft der Kernspaltungsprozess von selbst weiter. Man spricht von einer Kettenreaktion. Auch nach dem Einsatz im Kernkraftwerk enthalten die Brennstäbe größere Mengen spaltbaren Materials. Für die sichere Endlagerung ist somit auch die Frage zu behandeln, ob sich unter Umständen eine selbsterhaltende Kettenreaktion mit Energiefreisetzung, also eine Kritikalität, in den nächsten Jahrtausenden bzw. Jahrmillionen (d.h. innerhalb geologischer Zeiträume) ausbilden kann. Diese Zeitspannen sind deswegen zu betrachten, weil einige spaltbare Materialien wie z.B. Uran 235 (U-235) oder Plutonium 239 (Pu-239) Halbwertszeiten von 700 Millionen bzw. 24.110 Jahren haben.

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