Technische Barrieren
Zusätzlich zu den natürlichen Barrieren werden noch durch die Abfallbehandlung, Verpackung und die Einlagerungs- und Verfülltechnik bei der Einlagerung künstliche oder technische Barrieren errichtet. Die von Menschenhand geschaffenen technischen Barrieren müssen den Anforderungen, wie z. B. Dichtheit, Undurchlässigkeit und Rückhaltevermögen, entsprechend gestaltet sein. Bei diesen Barrieren handelt es sich in Abhängigkeit von der Art der Einlagerung im wesentlichen um folgende Komponenten:
- Konditionierung, d. h. dauerhafte Verfestigung und Verpackung der Abfälle durch z. B. Pressen, Trocknen, Verglasen, Verbrennen, Verdampfen etc. mit dem Ziel der Verringerung des Volumens und der Immobilisierung der Schadstoffe
- Gebinde, Behälter, Container
- Mineralgemische wie Bentonit, die eventuelles Wasser von den Behältern abhalten oder solche (Phosphatminerale), die im Wasser gelöste Nuklide binden
- Dichtes Versatzmaterial zur Verfüllung von Bohrlöchern und Kammern
Bohrloch- bzw. Kammerverschlüsse- Dammbauwerke
- Schachtverfüllung
- Schachtverschlüsse
Je nach Wirtsgestein und Abfallart lassen sich für geeignete Standorte jeweils angepasste Mehrbarrierensysteme entwickeln, d.h. für ein Endlager im Salz sieht das Barrierensystem anders aus als bei einem Standort in einem Granit. Salz als Wirtsgestein hat z. B. den Vorteil, dass durch die geologischen Voraussetzungen (insbesondere durch die Trockenheit) eine viel größere Barrierenwirkung erzielt wird als bei einem Endlager im Granit, der grundsätzlich von Wasser durchflossen wird. Im Granit spielen somit die künstlichen Barrieren eine viel bedeutendere Rolle als beim Salz.
Bei einem Endlager in tiefen geologischen Formationen verlässt man sich nicht auf einzelne Barrieren um die Langzeitsicherheit zu garantieren. Man entwickelt ein standortspezifisches Barrierensystem, d.h. ein jeweils dem ausgewählten Standort und dem Wirtsgestein angepasstes Multibarrierensystem.